

Die Königsetappe.
Nicht einfach so von Norden her an den Lago radeln, sondern noch einmal einen
richtigen Berg bezwingen, damit man sich das Ziel erarbeiten muss. Der Tremalzo
ist schon lange Kult, aber ich wette, dass weniger als jeder 10. Biker, welcher
am Tremalzo war, auch den Monte Caplone kennt.
Und dieser ist mindestens so genial, nur viel einsamer.
Aufgrund des
Kartenstudiums hätte ich erwartet, dass der Aufstieg von der Mga. di Bondone
zum Bocca di Cablone die eigentliche Herausforderung sei. Aber die kam schon viel
weiter unten ! Kurz oberhalb Bondone windet sich das Asphalt-Strässchen in
einer derartigen Steigung, dass ich im kleinsten Gang (immerhin 22:34 !) einen
Zick-Zack-Kurs wähle, um nicht absteigen zu müssen.
Der Moser deklariert hier Steigungen bis zu 28% .
Auf der Alp von Bondone kommt die Erlösung. Es wird weniger steil. Der letzte
Aufstieg zum Bocca di Cablone ist zwar nur etwa zur Hälfte fahrbar, aber
erscheint nicht mehr hart, und ist recht schmerzlos zu bewältigen (ausser man
hat Blasen an den Füssen).
Einmal oben angekommen folgt das Highlight der Etappe. Weiter leicht steigend geht's zur Mga. Tombea und um den Cima Tombea herum. Etwas weiter vorne, auf dem höchsten Punkt wird dann der Blick zum Tremalzo frei. Weit entfernt, etwas im Dunst liegt er unverkennbar. Dazwischen liegt aber noch ein eindrückliches Hindernis, der Abstieg zur Mga. Lorina und Wiederaufstieg über mehrere Alpen.
Also geht's jetzt wieder runter. Zuerst durch einen wilden Talkessel, dann
wieder sanft. Kaum 3 Stunden später sind wir oben am Rifugio Garda auf dem
Tremalzo. Der
Blick zurück zum Cablone versetzt uns selbst ins Staunen. Noch vor 3 Stunden
haben wir knapp im Dunst den Tremalzo erkannt, jetzt sind wir da !
Das Bike ist ein geniales "Fernreise-Vehikel".
Wichtig: Die Etappe bietet kaum Wasserstellen, also viel Flüssigkeit mitnehmen ! Direkt nach der Malga Lorina, am Wald-Anfang, ist ein sehr sauberer Brunnen.
Für den weiteren Streckenverlauf vom Tremalzo nach Limone siehe Moser, da gibt's verschiedene Varianten. Angesichts des Nieselregens haben wir uns für die Einfach-Variante (Passo Nota - Vesio - Limone) entschieden.
Um für den nächsten Tag in der Pole Position zum Monte Baldo zu sein, beschlossen wir, in Malcesine zu übernachten. Das erste mal auf unserer Reise, dass wir mehr als einen Versuch brauchten, um ein Bett zu finden. Bisher waren an allen Etappenorten kaum Leute, erst in Malcesine scheint es etwas voll.

Aufstieg von der Alp Bondone zum Bocca di Cablone.
Mehr fahrbar als erwartet.
Bocca di Cablone.
Hinten rechts in der Ecke sind wir von hinten her aufgestiegen.
Weiter geht's zur Malga Tombea....

... und vorne herum um den...

...Cima Tombea.

Und dann wieder runter zur Malga Lorina.
Zu 99% fahrbar, einzig die Umgehung eines verschütteten Tunnels zwingt kurz
zum Absteigen.

Im Disney-Land könnte ein Wasserfall nicht schöner angelegt werden.
Wir haben noch die letzten Höhenmeter von der Malga Lorina über Malga Ca dell Era hinauf zum Tremalzo vor uns.
Wir freuen uns auf die Spaghetti im Rifugio Garda.
(und das Bier!)

Am Ziel !
Beinahe hätten wir das Schiff nach Malcesine verpasst....
Überfahrt nach Malcesine.
Allen Spöttern zum Trotz (Cannondale = Sonntagsfahrer)
André und sein Cannondale haben den Cross mit Bravour, und als einzige ohne
Panne bestanden.