
08. Aug. 2005, 64km 1760Hm
Mit gemischten Gefühlen beobachteten wir die Wetterprognosen zum Auftakt unserer Bike-Woche. Am Sonntag hatte es noch weit unter 2000m hinunter geschneit (Kälteeinbruch mitten im Sommer). Montag: noch kalt, aber gute Prognosen.
Auf den ersten
Kilometer Richtung Landquart wurde dann das Ausmass des Schneefalls sichtbar.
Wir hatten uns darauf eingestellt, das Schweizertor zu umfahren, aber nach und
nach hoben sich die Wolken, und gegen Mittag dürfte sich der Schnee schon auf
über 2000m zurückgezogen haben. Also beschlossen wir, doch wie geplant den
Übergang Schweizertor zu nehmen.
Ab Schiers geht's auf einem kleinen Asphalt-Strässchen bergan. Die Brücke über das Salginatobel wird als Weltmonument deklariert: eine erstaunlich alte, elegant geschwungene Beton-Konstruktion über das tiefe Tobel. Weiter hinauf ging's nach Schuders, und bald danach auf Schotter zum Grüscher Älpli. Das Wetter immer noch wechselhaft, mal ein paar Regentropfen, ein paar Minuten später wärmende Sonnenstrahlen.
Ab dem Älpli wird's dann steiler, ein grobschottriger Fahrweg hinauf zum Heidbüel, der letzen Alp Richtung Schweizertor. Ein paar Blicke zum Schweizertor haben wir schon werfen können, aber immer wieder treiben Wolken heran, der Himmel kann jeden Moment komplett zu machen und die Sicht auf wenige Meter einschränken, oder aber die Sonne durchbrechen. So steigen wir konzentriert weiter auf, die Tragepassage zum oberen Wanderweg war noch keine echte Herausforderung.
Auf dem oberen Wanderweg folgt dann ein flacher, zu grossen Teilen fahrbarer Wanderweg oberhalb eines Felskopfes vorbei direkt unter die Kletterpassage. Sicheres fahren auf handtuchbreiten Pfaden und Schwindelfreiheit muss man hier schon mitbringen. Dann staunten wir nicht schlecht: Weit oben in der Felswand die nächste Wanderweg-Markierung !
Schluck. Klettern. Eigentlich hat man immer eine Hand zu wenig zum Klettern, jene Hand, die das Bike auf dem Rücken hält. Mit konzentrierten und Einsatz ist das aber zu schaffen (ja, es musste sein).
Die Abfahrt bis hinunter zur Zaluandialpe führt zuerst über verlochte Kuhwege, wo man teilweise besser querfeildein fährt, dann aber auf einer schönen Schotterstrasse mit Aussicht auf den frisch verschneiten Zimba (Foto) ins Rellstal. Bei der Einmündung in die Schotterstrasse im Rellstal standen wir unvermittelt vor einem Fahrverbots-Schild mit der Fussnote GILT AUCH FÜR BIKER ! ????
Wir liessen uns nicht verdriessen und haben bald Vandans erreicht. Nach einer Stärkung mit Nussgipfel und Kaffee pedalten wir noch locker nach Schruns, unserem Etappenziel. Das anvisierte Hotel Au war schon ausgebucht, aber gleich daneben in der Pension Zimmermann waren wir auch gut aufgehoben.
Bilder siehe Fotoalbum !