Story 1999
Nachdem wir zuhause einen Jahrhundert-Winter durchzustehen hatten, war es in der
Woche nach Pfingsten wieder soweit.
Die "Bullige Woche" am Gardasee ruft.
In den 6 Tagen ab Pfingst-Sonntag haben wir total 350km und 11'000 Hm
erarbeitet und pro Kopf etwa 10 Teller Spaghetti verspeist ! Das Wetter war uns
wohlgesinnt, mit Ausnahme von zwei 5-Minuten-Schauern haben wir die Woche bei
sehr guten Bedingungen geniessen können. Auch das Material hat keinerlei
Probleme gemacht, weder Platten noch andere Defekte.
--> Weitere Info zu den Teilnehmern.
Die Touren
- Monte Misone
(50km, 1670Hm)
Natürlich ab Riva. Die ersten paar hundert Höhenmeter bis zum Lago die
Tenno und über den Passo Ballino waren bestens zum Einrollen geeignet.
Unser Assicuratore (das erste mal dabei) verstand uns nicht so ganz, als wir
bei Torbiera eine Rast einlegten, und uns nochmal in aller Ruhe verpflegten.
Doch als wir ihm das folgende Höhenprofil zeigten, wusste er endgültig
wieso...
Auf den folgenden 1000 Hm lernte ich mein neues Bike zu lieben, als im
oberen Teil die Strecke immer steiler (bis zu 16% Steigung) und im Schotter
technisch anspruchsvoller wurde. In diesem Terrain entfaltet das leichte
Fully seine volle Leistungsfähigkeit.
- Tovi + Passo Bordala (58km, 1670Hm)

Zwei mittlere Moser-Touren in weniger grosse Höhen, aber auch ganz schön. Am
Weg liegt dabei auch der Monte Velo, was kein eigentlicher Berg ist, sondern
nur eine Gegend an der Bergseite. Diese Touren lassen sich gut kombinieren,
wenn man die Tovi-Tour beim Rifugio Velo verlässt, hinauf nach S.Barbara
fährt und dort mit der Tour Passo Bordala weiterfährt.
Unterwegs haben wir immer wieder mal einen Wegweiser (siehe Bild) angebracht,
und eine Banane dazu, damit unser Nachzügler die Motivation nicht verliert.
- Tremalzo (56km, 1763Hm)
Der Klassiker, diesmal nicht direkt ab Riva (wegen der eingestürzten
Ponale-Strasse), sondern mit dem Auto durch den Tunnel hoch und in Biacesa
beim Fussballplatz parkiert. Dadurch wird der 1863m hohe Pass um ca. 280Hm
entschärft.
Die ersten haben die Passhöhe trocken erreicht, nur unser Assicuratore
wurde noch kurz vom Regen eingeholt, während die anderen im Windkanal (dem
Tremalzo-Tunnel) unterstanden.
Als wir dort warteten machte sich ein älterer Herr mit Backpfeife in
einem monströsen Geländewagen auf den Weg, den Tremalzo hinunter zu fahren
!!! Schon in der ersten Kehre musste er etwa 3x vor- und zurück, bis das
Vehikel um die Kurve war. Dazu kamen die nassen Steinplatten, auf denen das
Gefährt nur noch rutschte. Ich möchte ja nicht wissen, welche Gedanken
seine Angetraute auf dem Beifahrersitz in diesem Moment hatte !
Natürlich gab es anschliessend im Rifugio Garda eine Portion Spaghetti, und
danach war der Regen wieder vorbei.
- Altissimo (72km, 2558Hm)
Von diesem Berg erhielt unser "onorevole altissimo" seinen Namen,
weil er in beeindruckender Weise dieses garstige Biker-Ungeheuer bezwungen
hat.
In der Gegend von Festa (Punkt 14 im Moser) habe ich mir ein Ei gelegt,
indem ich eine falsche Abzweigung genommen habe. Im Moser steht fieserweise
auf der einen Seite "Den linken Wegabzeig in Ri.
Altissimo, Malga Campei, ...", natürlich nimmt man dann diesen
eindeutig identifizierten Abzweig, und übersieht, dass auf der nächste
Seite "...liegen lassen !" steht.
Aber spätestens nach 150Hm kam mir die Sache definitiv spanisch vor, als
die Spur im Wald verlief. Zu unserem Trost sind aufgrund der Spuren am
Boden mindestens ein Dutzend andere Biker in die selbe Falle getappt.
Der Altissimo war der einzige Berg, an dem jeder Biker einen ordentlichen
Rucksack dabei hatte !
- Capanna Grassi (36km, 966Hm)
Unsere Spaghetti-Tour, gilt als Ruhetag. Dies ist eigentlich auch so,
ausser irgendein Spinner entscheidet sich, an diesem Tag ein Bergrennen zu
veranstalten. In der bewirteten Hütte lässt es sich prima ausspannen.
- S.Giovanni + Casale
(75km, 2428Hm)
Der Casale ist der schönste Aussichtsberg am Lago, leider war es diesmal
sehr dunstig. Zusammen mit der Auffahrt nach S.Giovanni ergibt sich doch ein
ordentliches Tagespensum.
Wie schon das letzte mal (1996) haben wir auch diesmal den
Retourweg von Lundo zurück hinauf nach S.Giovanni nicht gefunden. Die
Passage nach der Telefonzelle den flachen Wegabzweig nach rechts nehmen,
denn alles andere führt wieder viel zu weit hinauf.
Den hinteren Teil der Tour haben wir dann wegen einem aufziehenden Gewitter
abgeändert. Anstelle von Lundo zurück nach S.Giovanni sind wir um den
Monte Misone über den Passo Ballino zurück nach Riva gefahren.
Selbstversändlich gab es auch an diesem letzten Etappen-Ziel einen Sprint.
Nachdem ich diesem mit maximalem Druck angezogen hatte, war ich ganz
überrascht, dass die anderen plötzlich nicht mehr zu sehen waren.