Bikewoche Mai 2007
Nach zwei Jahren Unterbruch planten wir wieder eine Bikewoche am Gardasee. Als
Eingeständnis zur schlechten Form dieses Jahr gingen wir die Touren gemütlich
an, und, was früher kaum möglich gewesen wäre, endete keine einzige Tour mit
einem Zielsprint.

Wenn ich zurückschaue, ist diese Woche in der Hitliste der Bikewochen am
Gardasee ganz weit vorne, wenn nicht sogar die schönste bisher erlebte. Es ist
eindrücklich, wie unterschiedlich man ein und dieselbe Tour erleben kann, je
nach Wetter und persönlicher Motivation.
Touren
(6.-11. Mai 2007)
- Pasubio (1107Hm, 30km)
Bei der Anfahrt zum Passo Pian delle Fugazze wurden die Wolken immer
dichter, die Temperatur war aber recht angenehm, weder zu heiss noch zu
kalt. Der Aufstieg über die Strada degli Eroi bestens geeignet, einen guten
Rythmus zu finden. Wir gingen das ganze gemütlich an, und so erreichten wir
schon bald den Tunnel, wo wir vor 6 Jahren wegen Schnee umkehren mussten.
Nach diesem milden Winter lag jetzt aber kein Schnee mehr, aber dafür kamen
die Wolken immer näher, und es setzte Nieselregen ein, der kurzzeitig sogar
zu Graupelschauer wurde. Beim Rifugio Gen. A. Pappa waren wir froh, eine
wärmende Suppe zu geniessen. Zu Fuss unternahmen wir eine kurze Besichtigung
der ersten paar Tunnel der legendären "Strada delle Gallerie". Für die
Abfahrt jedoch nahmen wir dann die Schotterstrasse "hinten rum", die auch
ganz schön ist, obwohl die Aussicht nicht gerade berauschend war.
Diese Tour hatte das Material gefordert: 2 geschlitzte Tubeless-Reifen! Bei
der Gelegenheit durften wir dann auch erfahren, dass die
Vulkanisierflüssigkeit im Schlauchreparaturkit wohl irgendwann das
Ablaufdatum überschritten hatte! Da war alles nur noch trocken in der Tube!
Also: das Rep-Kit spätestens nach 2 Jahren ersetzen, auch wenn es noch
"schön" aussieht.
- Tremalzo (2282Hm, 60km)
Nach beinahe einem Jahrzehnt Unterbruch bot sich dieses Jahr erstmals wieder
die Gelegenheit den Tremalzo ganz klassisch direkt ab Riva über die neu
eröffnete Ponalestrasse unter die Stollen zu nehmen. Das wertet diese Tour
meiner Meinung nach glatt um zwei Moser-Sterne für die Landschaft auf. Die
Betonrampen oberhalb Pregasina bleiben dadurch gleich steil, aber mit der
desjährigen Gemütlichkeit waren diese keine echte Herausforderung,
ebensowenig wie die Wurzelpassage hinauf zum Passo Rocchetta. Im Gedanken an
die Pasta oben auf dem Tremalzo erlebte ich den Schlussaufstieg so einfach
wie noch nie.
Nach Pasta und einem Nickerchen in der Mittagssonne freuten wir uns auf die
Abfahrt. Da wir endlich auch mal den Tremalzoschotter von oben nach unten
erleben wollten, stiegen wir also wieder auf zum Tunnel und liessen den
Schotter spritzen hinunter zum Passo Nota. Und da wir noch etwas Trailspass vertragen konnten, zogen wir uns
gleich auch die Abfahrt über Corna Vecchia nach Vesio rein. Ziel war Limone,
und als Abschluss des grandiosen Biketages nahmen wir das Schiff zurück nach
Torbole.
- Valle Pra delle Noci (798Hm, 18km)
Heute durfte es eine kleine Tour sein, aber Landschaft und Trails wollten
wir nicht missen. Bei der grossen Molkerei hinter Vesio (dort hat's
mittlerweile einen Autoparkplatz) starteten wir den Aufstieg. Den Teil der
Strecke bis in der Nähe von Bocchetta di Nasena kannten wir schon von der
Bikewoche im Jahr 2002, aber diesmal erlebten wir den völlig anders. Damals
noch "recht viel Schiebestrecke" war es diesmal ein genialer Trail entlang des Berghanges.

Der Trail hinab ins Valle pra delle Noci ist ein Highlight,
mit Flow fahrbar, wenn man enge Serpentinen beherrscht und kaum loses
Material, da er weitgehend im Wald verläuft.
- Bocchetta dei Foxi (1684Hm, 44km)
Wenn eine Abfahrt zu den Top-Ten in den Alpen zugehörig beschrieben wird, so
ist das ein Versuch wert. Weit abseits von Moser-Touren eine superschöne
Runde ! siehe Detailseite
- Pregasina (576Hm, 19km)
Am Erholungstag wollten wir nochmals die wirklich schöne Ponalestrasse
geniessen. Einfach nur ein bisschen die Beine bewegen. Vor der Ponalebrücke
machten wir einen Abstecher hinauf zur Strasse, dann auf der anderen Seite
wieder runter auf die Ponalestrasse.
Oben in Pregasina, im Hotel Panorama machten wir es uns richtig gemütlich.
Ein Bier, noch eins und ein Reis(e)salat, was braucht man mehr, wenn einem
die Sonne auf den Bauch scheint.
- Valle Sorino (1177Hm, 32km)
Schon einige Jahre auf der Wunschliste stand diese Tour. Nach dem
schneearmen Winter sollte dies jetzt auch schon im Mai möglich sein. Die
Anfahrt hinauf nach Faserno, nach unzähligen Kehren war doch recht weit, und
der Einstiegpunkt zur Tour in einer gottverlassenen Ecke! Da kam mein
tiefergelegter Mazda6 doch an die Grenzen der Bodenfreiheit! Eine grosse
Rundreise weit ab vom Trubel des Lago. Während dem ganzen Tag sind wir
keinem Menschen begegnet. Landschaftlich eine wunderschöne Runde, die in
grossen Höhen (max. 2150m) das ganze Tal umrundet. Ich habe diese Runde nur
noch erduldet, nicht mehr erarbeitet, Peter jedoch bekam scheinbar irgendwas
ins Essen gemischt, so wie er heute die Rampen rauf gedrückt hat. Im Bild
unten ist er nur noch als Pixel sichtbar (nur ich weiss welches, das
hat er nun davon ;-) )

Das Grün der Grasbüschel ist in Wirklichkeit noch viel grüner und steht im
wundervollen Kontrast zu den roten Felsen. Ganz weit hinten im Bild sieht
man grad noch die letzte Rampe, teilweise schneebedeckt.
Irgendwie scheint sich der Moser hier aber vertan zu haben. Endlose Trials
haben wir nicht gefunden, und Maximalpunktzahl für die Fahrtechnik ist doch
weit übertrieben.