
Lago 2004
Noch nie haben wir um diese Jahreszeit so wenig Leute gesehen, wie dieses Jahr.
Am Sonntag Abend war der Hafenplatz in Riva beinahe ausgestorben.
Das lag wohl auch am kalten Wetter, das aber mit jedem weiteren Tag wärmer
wurde. Die Gelateria an der Ecke hats gefreut, und uns natürlich erst recht.
Ramona, das erste mal am Lago, hat sich vor allem durch Abfahrten über
technisch anspruchvolle Trials Anerkennung verdient.
Touren
(9.-14. Mai 2004)
- Bocca di Tovo + Laghel (1411Hm, 50km)
Das Wetter schaute recht freundlich aus, aber irgendwie sehen die Wolken
oben am Berg von unten viel wärmer aus. Die Auffahrt halb hoch nach
S.Giovanni trieb aber schon das eine oder andere Schweisströpfchen. Umso
mehr motiviert durch die Tatsache, dass Stefan Hermann mit einer Gruppe vom
Technikfahrkurs das selbe Ziel hatte. Ich bin doch froh, dass ich ein
leichtes Bike fahre (zumindest aufwärts).
Auf dem Scheitelpunkt, mitten in einer saukalten Wolke machte eine Rast
keinen Spass, also gleich wieder hinunter. Die Abfahrt zeigte sich noch
recht feucht und umso schwieriger. Wohl genau das richtige für die
Fahrschüler.
Nach Panino und Latte Macchiato im Freemaster war die Motivation wieder da,
noch die kleine Tour Laghel anzuhängen.
- Valle di Bondo + Tremalzo (1091Hm, 30km)
Wo letztes Jahr an Pfingsten eine wahrhafte Biker-Karavane Richtung Passo
Nota unterwegs war, genossen wie dieses Jahr die Strecke beinahe alleine. Es
war klar, dass der Tremalzo eigentlich noch tief im Schnee lag, aber
zumindest den unteren Teil mussten wir antesten. Auf einer Höhe von 1400m
dann der erste Schnee in einer Kehre, und schon auf 1580m oben dann eine
geschlossene Schneedecke auf der Schotterpiste. So kamen wir in den Genuss
erstmalig den Tremalzo hinunter zu fahren, wo wir bisher immer in
Gegenrichtung hoch kurbelten. Und die schnelle Abfahrt vom Passo Nota nach
Vesio machte auch dieses Jahr Spass.
- Passo Rocchetta (1184Hm, 27km)
Das wäre der klassische Tremalzo-Einstieg, aber auch so eine Schöne Tour
mit Panorama auf der Ecke des Passo Rocchetta. Für die Abfahrt wählten wir
die einfachere Variante (Alt 1 nach Moser).
In der steilsten Passage kam uns von unten eine Italienerin entgegen, die
wohl für das Rennen "Rampi di Ledro" trainiert hat. Brutal fit
sah die aus...
Beim Gelato in Molina erzählte dann ein anderer, er habe am Tremalzo das
Bike 4km durch den Schnee getragen. Das wird ja ein lustiges Rennen.
Cima
di Tignalga (1229Hm, 30km)
Das landschaftliche Highlight der Woche !
Für die Auffahrt von Tignale zum Dosso Piemp wählten wir die
Asphaltstrasse. Dann weiter vorne am Passo d'Ere und Passo di Scarpape waren
wir schon auf verschiedenen Touren. Von dort führt ein 2km langer Trail
hinaus zum Cima di Tignalga. Dort konnten wir unser Panino in herrlich
warmer Sonne geniessen.
Was der Moser als "Trial-Sinkflug auf grandioser Bike-Piste"
beschreibt entpuppt sich als kaum fahrbarer Geröllstreifen (loser Schotter
auf losem Grund), und zudem stark zugewachsen. Also: 800m (Tiefenmeter!) der
Berg runterschieben.
Da würde ich das nächste mal die einfachere Abfahrt ins Valle Tignalga
versuchen.
- Ronda Marocche (923Hm, 50km)
Zu
einer Lago-Woche gehört ein Ausflug in die Marocche einfach dazu. Diesmal
sogar mit Kulturprogramm ! Die Besichtigung des Castel Drena lohnt aber nur
bedingt. Sehr viel zu sehen gibt es da nicht.
- D
osso dei Roveri (1128Hm, 37km)
Das Technik-Highlight der Woche ! Doch halt, zuerst gehts auf der
Altissimo-Auffahrt auf halbe Höhe und dann auf Schotter weitere 300Hm zum
Aussichtspunkt. Das Wetter hätte nicht besser sein können, so klar
ist die Aussicht nur sehr selten. Beim Blick hinüber zum Tremalzo hatten
wir den Eindruck, dass in den paar sonnigen Tagen schon mächtig Schnee
geschmolzen sein muss.
Nach der Erfahrung am Cima di Tignalga hatten wir gewisse Zweifel an der
Fahrbarkeit hinunter nach Navene. Diese ist aber tatsächlich zu 99.8%
fahrbar (für Ramona etwas mehr) und hat wirklich Spass gemacht. Mein alter
Latex-Schlauch am Hinterrad erlitt allerdings einen Hitzekollaps. Ich
wünsche mir auch für's Hinterrad eine Scheibenbremse.
Als wohlverdienten Ausklang für die Woche genossen wir nochmals ein Essen im
Centrale/Torbole, wo wir auch Gottfried und Heinz wieder trafen. Danach noch ein
Caipirinha in der Bar um die Ecke...