Story 2001

von links:
Karin, Heinz, Gion, Stephan, Kurt, Nolla
In den vergangenen Jahren hatte sich ein
"hartgesottener
Kern von 3 verwegenen Bikern" herauskristallisiert :
Nolla,
Heinz und Stephan. Über diese steht schon in den früheren
Stories
von
1999 und
2000 genug !
Um wieder etwas frisches Blut in die Gruppe zu bringen, haben wir die Kasse für
Transferbudgets geplündert und gleich 3 neue Teammitglieder angeworben. Unsere
Talentscouts haben eine gute Nase bewiesen, und wir konnten mit Karin, Gion und
Kurt noch völlig unverbrauchte Talente aufspüren :
Karin ist die erste Frau, welche
diese Woche in Angriff genommen und durchgestanden hat. Ihre Leistung trug ihr
den Namen Carina senza paura ein. Völlig
respektlos schaut sie zum Altissimo hinauf und sagt "Den muss ich
haben". Vielleicht ergibt es sich nächstes Jahr. Hinweis an Peter: Bitte
schenk ihr ein Tamagotchi mit Bike-Mount-Adapter,
damit sie nicht mehr dauernd mit dem Höhenmesser spielt
Gion war eine Klasse für sich,
mit seiner einzigartig hohen Tretfrequenz hat er alle locker abgehängt. Als ob
es ihm peinlich wäre, hatte er es vornehm den anderen überlassen, den
Zielsprint unter sich auszumachen. Der einzige Trost, der uns anderen bleibt:
Auch er musste nach dem Schlummertrunk gähnen.
Kurt hat nach ein paar hundert
Metern Frühjahrs-Training in der Tiefgarage zum Erstaunen aller seine ersten
Bikeferien locker erlebt. Ein paar Wurzeln haben seinen Rippen klar gemacht,
dass die Umgebung härter ist, als beim Schwimmen. Wenn er trainiert antreten würde,
müsste er wohl alleine fahren...
Alles ganz anders dieses Jahr !
Nachdem
wir in den letzten Jahren dem "Höhenmeterbolzen"
ergeben waren, widmeten wir uns dieses Jahr den wesentlichen Dingen im Leben :
- gemütlich frühstücken im Hotel nebenan
- sich ein schönes Panino für die Tour rüsten
- etwas Radfahren, das soll gesund sein, und den Appetit anregen
- ab mitte Nachmittag zum Prosecco im Porto Vecchio in Riva
- harte Verhandlungen, wo das Nachtessen zelebriert werden soll
- gediegenes Nachtessen mit antipasto, primo, secondo und contorno
- begleitet von einem guten Glas Wein (es schmeckt immer noch der Cabernet
Sauvignon Vallarom am besten)
- Gelato und Caffé mit Grappa (Averna ist weniger geeignet, treibt am
nächsten Tag zu viel Schweiss)
- Schlummertunk (schliesslich ist der Flüssigkeitshaushalt das A
und O für richtig harte Biketouren )
Unsere Touren (13.-18.Mai 2001)
- S.Giovanni + Casale (2104Hm, 64km)
Der Casale ist immer noch der schönste Berg am Lago ! Mit dieser Tour
wollten wir gleich mal testen, was unsere "Hamburger" drauf haben.
Den Rückweg haben wir diesmal nach Alternativ-Route 1 genommen, also zurück
über den Sentiero dei russi. So kommt man mit weniger Höhenmetern zu
einigen tollen Trails, der teilweise gleiche Rückweg stört gar nicht.
- Pasubio (707Hm, 19km)
Nolla äusserte den Wunsch, eine Tour mit "viel Autofahren" zu
unternehmen. Der Wunsch war genehm. Es blieb beim viel Autofahren, denn oben
am Pasubio-Tunnel war Endstation. Gleich hinter dem Tunnel eine graue Wand,
und der weitere Weg durch Schnee versperrt. So
entschlossen wir uns (leider) umzukehren.
- Regentag (1.2 Promille)
Nur Heinz hatte das unbändige Reissen, trotz des Regenwetters loszufahren.
So hat er den Altissimo-Aufstieg bis Ende Asphalt in einer rekordverdächtigen
Zeit abgespult. Heinz ist der einzige, der von sich behauptet hat, wirklich
fit zu sein. Es ist es.
- Tremalzo (1758Hm,
55km)
Unsichere Witterung hin oder her, der Tremalzo muss heute dran glauben ! Mit
weniger Pausen als üblich, es macht nicht so richtig Spass bei der Baita
Segala herumzufrieren, schafften wir fast geschlossen den Aufstieg. Die
Strecke schien dieses Jahr in sehr gutem Zustand, weniger loser Schotter als
früher.
Mit der Erst-Bezwingung des Tremalzo, quasi die Taufe, zählen wir 3
neue Gardasee-Cracks in unserer Gruppe !
- Corno della Paura (1216Hm, 74km)
Eigentlich eine gemütliche Ausfahrt mit der Seilbahn ab Malcèsine auf den
Monte Baldo. Erst mal oben im Ristorante zum Frühstück, denn man muss
schon um 08:00 Uhr bei der Seilbahn sein, wenn man sicher sein will, auch
befördert zu werden. (FUNIVIA del Monte Baldo : Bikes werden
nur in den Bahnen von 08:10, 08:20, 08:50, 09:10, 09:50 und 14:50 Uhr befördert,
und jedesmal max. 12 Bikes, die Fahrt kostet L24'000 ) Danach eine
schöne Rundfahrt um den Altissimo, mit Super-Aussicht von den
Kanonenstellungen des Corno della Paura. Durch die häufigen Rythmuswechsel
und das stetige auf und ab fordert auch diese Tour die Kondition.
- Ronda Marocche (1035Hm, 49km)
Auch dieses Jahr mussten wir noch in Arco am Kletterfelsen vorbei, also
unternahmen wir diese Tour fast nur unten im Tal. In der Nähe des Lago di
Cavèdine wird der Trail immer technischer, und als Schlussbouquet die
tollen "Lausbubenwege" in der Marocche, schnelle schmale Trails
mit vielen Steinen, welche die volle Konzentration fordern. Seltsam, niemand
in der Gruppe meldete sich, als die Frage offenstand, ob wir noch zusätzlich
eine Runde um den Lago di Cavèdine anhängen sollten, das wären doch nur 3
Stunden mehr gewesen.

Klar, dass auch der Schluss-Sprint dazugehört: "Wer sitzt zuerst in
Arco im Freemaster beim Hefe-Weizen ?"
Prost.