

Diesmal bin ich auch die Qualifikation gefahren, mit der Hoffnung, noch einen Sektor weiter vorne starten zu können.
Wie die Start-Nr 502 zeigt, hat es haarscharf nicht gereicht. Schade. Aber die erste Besichtigung der Strecke unmittelbar vor der Quali, und der Qualifikationslauf selbst haben doch etwas gebracht, indem ich mir für einzelne Passagen meine Linie einprägen konnte. Eigentlich hätte ich erwartet, im Quali-Lauf dauernd überholt zu werden, von Bikern, die im 15-Sekunden-Takt hinter mir losgelassen wurden. Aber nach meiner Rechnung waren das nur 3, und 3 habe ich selbst überholt, also ausgeglichen !
In einer High-Speed-Passage rutschte ich bei Höchstgeschwindigkeit mit der Hand vom Lenker, aber irgendwie habe ich das retten können durch wildes Rodeo auf dem Oberrohr. Aber das Handgelenk brauchte für Sonntag eine Bandage.
Im Hauptrennen konnte ich oben vor der Gallerie viele Plätze gutmachen, indem
ich meine eigene Linie gefahren bin, neben dem Stau vorbei, direkt link runter durchs
Geröll und über Schneefelder (äätsch an die etwa 100 Biker, welche vor mir
das Bike in den Sektor gesetzt haben). Gegen Lenzerheide hinunter musste ich dann
allerdings etwas Speed herausnehmen, weil die Kräfte nicht mehr für Vollgas
reichten. Schliesslich w
ollte ich ja nicht einen Sturz wie letztes Jahr
hinlegen, weil ich Festhalten und Bremsen nicht mehr koordinieren kann.
Der Beginn der flachen Passage versprach eine erste Erholung, aber als mich ein Girl überholte, meinte ich, ihr folgen zu müssen. Meinte ich. Auf der einen oder anderen Gegensteigung wurde auch ich zum Fussgänger, es war einfach kein Power mehr da, um diese durchzudrücken. Beim Sagi-Stutz in Churwalden hatte ich mir vorgenommen abzusteigen und nichts zu riskieren. Aber mitten im Stutz überlegte ich mir, was soll der Quatsch, wieso laufe ich eigentlich, wo man auch fahren kann....es ging problemlos.
Erst auf dem Polenweg konnte ich dann endlich etwas erholen.
Einen saublöden Fahrfehler habe ich mir oben an der Treppe vor der Einfahrt
in die Altstadt geleistet. Um noch einen Mitstreiter zu überholen hatte ich
nochmals satt angetreten, und dann donnerte ich mit gezogener Vorderbremse, und
völlig ohne Anheben des Vorderrades in den Absatz vor der Treppe. Kurz danach:
Psssss..... (das bekannte Geräusch wie letztes Jahr am Start !)
Wenigstens war jetzt klar, dass ich so kurz vor dem Ziel nicht mehr reparieren
muss. So holperte ich eben mit platten Vorderrad ins Ziel. Das Girl von oben
hatte mir inzwischen mindestens 5 Minuten abgenommen; werde ich alt ?
Eigentlich hätte ich dieses Jahr gut ohne Protektoren auskommen können, aber ein schlechtes Gefühl war es nicht, und das Panzer-Zeug trägt sich erstaunlich leicht.