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BIKE-ATTACK

Schon einige Jahre zuvor schielte ich immer mit einem Auge auf dieses Rennen, aber meine Frau konnte mich immer davon abhalten. Aber jetzt musste ich es einfach probieren !

Das Wetter für's Wochenende versprach nur das beste, so habe ich mich am Samstag spontan angemeldet. Am Sonntag früh spuckte mich die Seilbahn auf dem Rothorn aus. Als Nachmelder habe ich die Qualifikation am Samstag nicht gefahren, also wurde ich ins hinterste Startfeld eingewiesen. Mit einem ziemlich mulmigen Gefühl musterte ich die "ganz bösen Jungs" um mich herum. Alle mit Protektoren von Kopf bis Fuss bewehrt, und mit Monster-Federgabeln an ihren martialisch anmutenden Bikes.

Ich mittendrin, nackte Beine, als Schutzkleidung einzig meinen XC-Helm auf dem Kopf und mein leichtes Race-Fully zur Hand, als ziemlicher Exot. Immerhin hatte ich mir letzten Sommer eine FOX-100mm-Gabel gegönnt, und damit muss das doch wohl machbar sein!

Alle stehen im Startfeld bereit .....
Die Spannung steigt, so ca. 5min. vor dem Startschuss. Doch dann - psssssssss
Ich erkenne das unangenehme Geräusch von entweichender Luft. Scheisse, das ist ja mein eigenes Vorderrad !! Da bin ich eine ganze Saison ohne Panne unterwegs, und dann platzt der Schlauch im Stand, und das kurz vor dem Start ! Ich hab die Reparatur in XC-Manier schnell erledigt, und kann mich gerade wieder einreihen, bevor der Startschuss fällt.

Dann endlich rasen wir los. Die ganze Anspannung ist gelöst. Das Feld rollt und stolpert über die ersten Geröllhalden. Ich mittendrin, irgendwie geht es mehr langsam als rasant vorwärts, zu oft versperrt ein Stau die freie Fahrt. Doch dann, nach der Galerie wird es wirklich schnell. Die Strecke wird breiter, man kann sich eine Linie aussuchen und zeigen was man drauf hat (oder eben nicht).
Einmal rutscht mir das Vorderrad weg, nix passiert, sofort weiter. So in der Gegend der Mittelstation komme ich konditionell an meine Grenzen. Von wegen, es geht ja nur abwärts. Die Beine wären schon fit, aber meine Arme und Hände sind sowas nicht gewöhnt. Und so kommt es, dass die Dosierung der Bremse mit verkrampften Händen immer schwieriger wird. Ich weiss nicht mehr wie oder wieso, aber es muss ein recht spektakulärer Sturz gewesen sein. Das Bike flog weit durch die Luft, und ich landete einige Meter weiter unten. Das tat weh! Aber das ist schliesslich ein Rennen, also: aufrappeln und nichts wie weiter !
Dann wurde die Strecke extrem staubig. Teilweise raste ich in eine Staubwolke hinein, ohne zu wissen wo es weiter geht. Aber mit der Zeit merkte ich, wo viel Staub ist, muss eine Kurve sein, also Vorsicht.
Die Erlösung kam mit der Einfahrt in Lenzerheide. Jetzt folgte das flache Teilstück, das auch kleine Gegensteigungen aufweist. Voll motiviert konnte ich hier meine starken Beine ausspielen, und reihenweise gepanzerte Freerider überholen. Unglaublich, an welch zahmen Steigungen die absteigen...

Den Rest der Talfahrt auf dem Polenweg kannte ich schon von meinen Bike-Touren, also mehr oder weniger entspanntes laufen lassen. Beim Kurhaus Passugg zweigt die Strecke dann wieder links ab, in einen fiesen Waldweg mit Serpentinen.  Völlig erschöpft, aber glücklich traf ich auf dem Churer Arcas ein.

Nächstes Jahr werde auch ich mit Protektoren bewehrt antreten, und im Winter mit Krafttraining etwas für meinen Oberkörper tun ! Das Bike reicht problemlos, es muss kein Monster-Downhiller sein.

 

Siehe Bericht 2004

 

 

 

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